Bevor an britischen Universitäten der Ernst richtig los geht, gibt's die Freshers Week - dabei ist es erstmal herzlich wurscht, ob man wirklich Fresher ist, oder gerade seinen Master macht. Während der Freshers Week werden natürlich alle Neuankömlinge an der Uni begrüßt, es gibt allerlei Aktionen und Gratissachen. Allerdings ist die Freshers Week auch die beste Möglichkeit neue Leute kennen zu lernen...
Montag.
Natürlich gab's die Begrüßung auch für uns Erasmus-Studenten. Die einzig wirklich erleuchtende und erfreuliche Tatsache war, dass wir es uns dieses Jahr zum ersten Mal sparen konnten uns zum Einschreiben in eine endlos lange Schlange einreihen zu müssen und das als erster Jahrgang online erledigen konnten.
Benachteiligt wurden wir allerdings dahingehend, dass wir nicht mit den anderen Studenten gemeinsam am Montag zur Modulwahl durften, sondern auf Mittwoch vertröstet wurden.
Obligatorisch für Großbritannien ist auch der Posterverkauf während der Freshers Week, also die optimale Gelegenheit das neue Zimmer etwas zu dekorieren.
Am Abend hätte eigentlich ein Typ von Virgin kommen sollen und unseren Internetanschluss einrichten sollen. Für 5 Uhr hatte er sich angekündigt. Es wurde 6, es wurde 7 ... Amys Handyguthaben floss dahin, weil sie ständig versuchte unseren Virgin Guy zu erreichen ... gegen halb 9 wurde es uns zu bunt und legten selbst Hand an. Soweit natürlich kein Problem, abgesehen davon, dass unser Modem noch von der Virgin Hotline aktiviert werden musste. Nach über 20 Minuten und gefühlten 15 Mal "Mmmbop" in der Warteschleife war's vorbei mit der Geduld (und dem Handyguthaben) und somit haben wir erneut unsere nette und hilfsbereite Nachbarin in Beschlag genommen, die einen Virgin Telefonanschluss hat und somit Priorität bei der Hotline hat... Schlussendlich ging's dann endlich.
Mittwoch.
Um 10 Uhr sollte die Modulwahl beginnen, vorsichtshalber war ich aber schon ne gute halbe Stunde eher da - was sich als sehr klug herausstellen sollte. Denn wir das Leben so spielt, waren natürlich etliche Module schon voll - also keine Chance für uns Erasmus-Studenten und wir mussten nehmen, was noch übrig war. Das warf natürlich die komplette Vorauswahl über den Haufen und um die drei im Raum verstreuten Modulhandbücher scharten sich die Leute... Ich nahm also, was ich kriegen konnte (na ja, ganz so willkürlich war's dann auch wieder ned). Weil ... abmelden kann man sich ja immer noch.
Mittag ging's mit Josh, Deaf John (ein Freund von Josh, der Name ist Programm) und Amy auf die Freshers Fair. Für die Atheltic Union Mitgliedskarte, die Voraussetzung dafür ist, an der Uni nen Sport machen zu dürfen, standen wir ne gute halbe Stunde an... Ich bin dem Hiking Club beigetreten, ne sehr angenehme Art und Weise Leute kennen zu lernen und was von Wales zu sehen, ohne auf ein Auto angewiesen zu sein.
Auch der German Society bin ich beigetreten... irgendwie bin ich der Meinung, dass man denen, die Deutsch lernen und lernen wollen etwas dabei helfen sollte.
Am Nachmittag gab's ne Willkommensparty für die Erasmusstudenten im Divas, dem Club auf dem Campus. War ganz nett und man lernte viele Gleichgesinnte kennen.
Essenz aus der Veranstaltung: Besonders die Spanier sprechen sehr schlecht Englisch und bleiben eigentlich immer unter sich. Außerdem gibt es gar nicht so viele Deutsche in Swansea, wie ich befürchtet hatte und es gibt durchaus auch nette Briten.
Donnerstag Abend ging's zuerst zu Tom, meinem "Buddy" (Buddy Scheme ... man meldet sich bei jemandem von der Student Union, der würfelt dann Gruppen von vier Leuten anhand ihrer Interessen zusammen.), zur pre-party. Man glaubt ja gar nicht, wie viele Leute in eine relativ kleine Küche passen. Selbes Bild wie am Vortag: Die Spanier bleiben unter sich. David hatte es auf mich abgesehen, er war ein Jahr in Kiel als Fremdsprachenassistent und hat sich sehr gefreut, mal wieder Deutsch sprechen zu können.
Die Party im Divas (International Fiesta) selbst war so la la.
Für Sonntag steht die erste Wanderung an zur Three Cliffs Bay. Hab mir in der Stadt noch für unglaublich wenig Geld ne zweite Wanderhose und zwei Funktionshemden gekauft. Wer hat eigentlich behauptet, Großbritannien wäre so teuer?
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